Vom Personalchef zum Hospizbegleiter 

Sich in der Pension einem neuen, sinnstiftenden Lebensinhalt zuzuwenden, ist Ernst Zemsauer ein besonderes Anliegen. Anfang 2025 absolvierte er den Grundkurs für Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung. Nach seinem Praktikum im stationären Hospiz startete er im Juli im Ehrenamtsteam der Hospizbewegung Baden. Aktuell lässt er sich zudem für das Projekt „Hospiz macht Schule“ ausbilden, um auch in der Aufklärungsarbeit mit Schülerinnen und Schülern mitzuwirken.

Wie kommt ein ehemaliger leitender Personalchef einer IT-Firma zu diesem Engagement? „Die Endlichkeit wurde für mich persönlich zum Thema, als meine Schwiegermutter mit 90 Jahren in eine Betreuungseinrichtung kam, in der auch demenzielle Erkrankungen zum Alltag gehörten. Selbst ihre Mitbewohner reagierten damals sehr positiv auf mich“, erzählt er. Seine durch den Berufsalltag gefestigte Krisenresistenz half ihm dabei. Schließlich ist er in seinem früheren Beruf oft dann auf den Plan getreten, wenn es galt Dysbalancen in Balance zu bringen.

Durch eine Information im Internet wurde er schließlich auf die Arbeit der Hospizbewegung aufmerksam – ein Engagement, das seine bisherige Mitarbeit in der Freikirche Tribuswinkel ablöste. „Was ich daran besonders finde, ist die Ehrlichkeit und Offenheit der Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Es sind aber auch die ganz praktischen Dinge, wie etwa einen Rollstuhl zu organisieren, bei denen ich gerne helfe“, beschreibt er seine Motivation.

Es ist ein gebendes Engagement – und doch kommt viel zurück. Deshalb widmet er ihm gerne einen Teil seiner Freizeit. Kraft schöpft er aus dem Glauben an ein Leben nach dem Tod, aus den Gesprächen mit seiner Frau Heidi, aus sportlicher Betätigung sowie aus der Zeit mit seinen Kindern und Enkeltöchtern.

So schließt sich der Kreis.

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